Fronleichnam ist ein katholischer Feiertag, bei dem die leibliche Gegenwart von Jesus Christus gefeiert wird. Das Fronleichnamsfest (lat. Corpus Domini, engl. Corpus Christi) fällt immer auf den zweiten Donnerstag nach Pfingsten.
Aus welchem Grund auch immer fiel auch unser Videodreh auf den zweiten Donnerstag nach Pfingsten. Somit hatten wir die Ehre unser gesamtes Equipment durch blumengeschmückte Strassen zu transportieren, aber dazu später….

Als vielbeschäftigte Rockerbande, mit mehr oder weniger festen Berufen, war es nicht ganz einfach einen Termin 2014 zu finden, an dem Doug und Covic mal gerade nicht auf HotRods rumrutschten oder Pascal seine Pigmente zählte. Wir einigten uns dennoch auf den 19. Juni. Als Location haben wir, innovativ wie wir sind, auf eine altbekannte Location im Gewölbekeller unseres Resident-BJ zurückgegriffen. Das „BJ“ steht in diesem Fall für Bier-Jockey, was wir in diesem Zusammenhang lustig fanden… Hm.. OK.. wahrscheinlich finden das nur wir lustig, aber man muss ja Texte auch ab und zu etwas ausschmücken.
Eine grandiose Überleitung zum eigentlichen Thema. Die Straßen waren geschmückt für die Fronleichnamsprozession in unserem schönen Heimatdorf Huttenheim.
Gottseidank hatten wir bereits am Mittwochabend unseren kompletten Proberaum leergefegt und sämtliches Equipment im Gewölbekeller des Holzwurms aufgebaut. Der Ritchy unseres vertrauens hat uns sogar einen Schlüssel dafür gegeben. Donnerstags wären wir jedenfalls nichtmehr in den Proberaum gekommen, da sich vor dessen Pforten einige Blumenteppiche und Musikvereine hingelegt hatten.
Also traf man sich um 10 Uhr direkt an der Location. Also Jul traf sich dort. Kurz danach kam auch Pascal dazu.
Das wars dann vorerst. David kam zwar kurze
Zeit später auch, war aber noch leicht komatös und konnte seinen Namen nochnicht finden. Ihm kam am Abend zuvor ein kleiner Vollrausch dazwischen, weshalb ihm die beiden anderen erst einmal erklärten warum wir uns eigentlich getroffen haben.
Doug kam irgendwann dann auch. Unglaublicherweise hatte der auch noch Standgas und brachte sich was von MCDonals mit. Es stank furchtbar nach faulem Ei. Sein Essen übrigens auch.
Da wir selbst nichtmal in der Lage sind unsere Handys ordentlich zu bedienen, hat Jul für diesen Tag seine Freundin zur Verfügung gestellt. Die gute Diana kann nämlich ziemlich gut mit Kameras und Licht umgehen. Dies wollten wir uns zunutze machen. Uns wurde nämlich gesagt, dass es bei einem Musikvideo dann letztendlich doch auf das Video ankommt. Hat uns dann etwas überrascht, aber wir haben das so hingenommen. Jedenfalls waren wir dann komplett.
…naja fast. Wie eigentlich recht unselten hat unser kleiner Drummer Covic absichtlich vergessen sich einen Wecker zu stellen. Da er sich aber nachts auch mit seinem eigenen Alkoholgeruch bei jeder kleinen Aufwachphase wieder selbst betäubte, kam er so 1-2 Stunden zu spät. Immerhin brachte er seinen Fernseher mit. Diesen brauchten wir zwar nicht, aber war ja dennoch eine nette Geste zur Versöhnung.
Die Uhr schlug mittlerweile vermutlich 12 Uhr, als die fleißige Diana alle Lichter für uns aufgebaut und die Kameras soweit positioniert hatte.
Als alte Profis in diesem Business war es für uns natürlich kein Problem zum ersten mal Playback zu spielen. Playback bedeutet in diesem Fall, dass der Song aus einer mehr oder weniger schlechten Anlage kommt, die wiederum von einem mehr oder weniger schlechten Handy gespeist wird… Wir, als Playbackbenutzer, mussten dann unsere Hüften und Kiefer einigermaßen synchron dazu in Bewegng setzen. Synchron ist das was die Backstreetboys in ihren Tanzbewegungen immer versucht haben zu sein. Aber jeder weiss ja, dass ihr eigentliches Können auf Songwriting und Liveperformance lag…
Einige Tage zuvor haben wir versucht im Proberaum soetwas wie ein Storyboard zu schreiben. Dieses dient professionellen Videomachern in der Regel als Leitfaden für die Aufnahmen. Wir hatten uns immerhin 8 Seiten ausgedacht und jede einzelne Szene bereits im Voraus geplant.
…nach dem ersten Take, haben wir das Storyboard vergessen und einfach drauf losgedreht.
Alles was sich dann noch im Laufe dieses Tages auf die schnellen SD-Karten der Kameras brennen sollte war also mehr oder weniger spontan.
Um 21 Uhr spielte heute Uruguay gegen England. Dies nahmen wir zum Anlass uns ein bisschen zu beeilen. Also schafften wir es letztendlich alle Clips und Einstellungen bis ca 19 Uhr abgedreht zu haben. Man sagt übrigens noch immer „abgedreht“, obwohl sich in einer Kamera heutzutage nichts mehr dreht. Die guten alten Bänder wurden ja aufgrund des technischen Fortschritts durch schnelle digitale Speicher ersetzt. Allerdings traf die gute alte Bezeichnung bei uns nach wie vor zu, da sich aufgrund des vorhanden Restalkohols diverser Bandmitglieder sowieso alles drehte.. Daher hatten wir nun also unser Video gedreht. Oder… „das Video hat uns gedreht“ trifft es wohl eher..
Wir waren ziemlich kaputt und richteteten den Keller wieder einwandfrei her, luden unser Zeug in die Autos und warfen es vor dem Proberaum wieder raus.
Der Ritchy hatte zum Fussballspiel den Grill angeworfen, weshalb wir ihn dann erneut besuchten. Er hat grandiose Grills. Seit kurzem hat er einen Smoker-Grill aus einem alten Öltank. Darin kann man ohne Probleme ein ganzes Nashorn grillen, sofern man eins hat. Riesig. Wir entschieden uns für Steaks vom Schwein. Diese bestachen durch eine feine Hickory-Note und eine saftig-röstige Konsistenz. Zwei Bier dazu und Fussball. Das war unser Videodreh.

Wir hoffen, dass jetzt jeder den Mut hat ein Musikvideo zu drehen. Es ist garnicht so schwer. Dass die Diana dann noch tage- und nächtelang an dem Schnitt saß und die Feinarbeiten an den einzelnen Clips vornahm, erwähnen wir hier jetzt mal lieber nicht. Das hatte dann der Jul auszubaden. Naja, das bringt der Nachname nun mal so mit sich…

Vielen Dank also hier nochmals an Diana fürs Filmen, Schneiden + Korrigieren und an Ritchy für die Bereistellung des guten alten Holzwurmkellers und auch an den Münch für das coole Objektiv, mit dem man aussieht als hätte man eine riesen Nase und nen krummen Kopf. Mit dem Objektiv. ..neben Münch sieht man gut aus. 🙂

Jetzt wisst ihr, wie man in Huttenheim ein Musikvideo dreht. Das war portugiesisch.