Es begab sich zu der Zeit, zu der sich ein Durchschnittsbürger nochmals gemütlich auf dem Badvorleger umdreht und weiterschläft. Freitagmorgen, 13:30 Uhr. Treffpunkt Proberaum, Password – Swordfish.
Da wir an Wochenenden grundsätzlich nicht genau wissen, was wir so mit uns anfangen sollen, haben wir uns mal wieder auf eine kleine Konzerttour eingelassen. Diesmal soll uns unsere Reise ins beschauliche Moers und nach Emmerich führen. Beide Weltmetropolen beherbergten uns bereits im Jahre 2008 und hinterließen einen entsprechend positiven Eindruck, was uns die Vorfreude natürlich umso lustiger machte.
Für unsere kleine Exkursion konnten wir unseren emmericherprobten Maurice als Mercher und Psychologe begeistern. Der Jul stand also, wie gewohnt, viel zu früh am Treffpunkt und hatte mal wieder vergessen etwas zu essen. Das sieht man ihm nicht unbedingt an, aber wer die Snickerswerbung kennt, kann sich in etwa vorstellen welche Folgen dieses Verhalten immer mal wieder hat. Egal, man kennt sich ja.
Jedenfalls kam auch der gute Maurice um 14 Uhr vorgefahren. Natürlich, als einziger der Truppe, mit einem neuen Wagen. Ob wir hier als Rockstars irgendwo den Zug verpasst hatten, oder ob es einfach so sein muss, können wir nach wie vor nicht genau sagen. Jedenfalls sind wir Musiker immer froh, wenn unsere Kisten überhaupt anspringen. Maurice hat ne Sitzheizung und solche Sachen… Wir glauben er hat es geschafft. Vielleicht ist auch genau dies der Grund, warum er gerne mit uns auf Tour geht. Vielleicht genießt er es einfach mal wieder ins untere Ende der Nahrungskette integriert zu werden und sich mit normalem Pöbel abzugeben. Sowas formt ja in gewisser Weise den Charakter.
Aufgrund seiner Lebenserfahrung hat er 5 nagelneue Warnwesten besorgt. Vielleicht für unsere Sicherheit, vielleicht aber auch nur um uns zu sagen „hey, ich kanns mir leisten“. Egal. Der mittlerweile eingetroffene Pascal zog sich gleich mal eine über. So konnte man ihn plötzlich selbst vor einer weissen Hausfassade erkennen….
Doug und David waren mittlerweile auch da und erzählten Sachen. Der geübte Leser stellt spätestens jetzt fest, dass sich in unserer Bandgeschichte einige Dinge immer wieder wiederholen… Ein immer wiederkehrendes Phänomen ist das konsequent verplante Zeitmanagement von unserem Drummer Covic. Obwohl er zeitliche Abfolgen, korrekte Einsätze und durchgetaktete Abläufe eigentlich ziemlich gut beherrscht, stößt er bei Treffpunktzeiten nach wie vor an seine Grenzen. Er schafft es eigentlich meist recht selten pünktlich zu sein, und dies, obwohl Dougs Uhr noch viel falscher tickt als alles andere auf der Welt. Bei Doug wissen wir mittlerweile, dass ihn eine Abfahrtszeit von 11:30Uhr dann zumindest pünktlich um 14 Uhr da sein lässt. Somit können wir das in gewisser Weise steuern. Ist zwar mit Rechnen verbunden, aber wir sind ja nicht auf den Kopf gefallen. Nicht oft genug…

Nachdem wir also den von Doug besorgten Bus mit unseren Instrumenten in guter alter Tetrismanier eingeladen hatten, tauchte auch unser Drummer in seinem feinsten Zwirn auf. Also, kurz nen blöden Spruch zu seiner Kluft und dann eingecheckt.
Wir hatte mal wieder das gute Gefühl, dass wir nichts vergessen hatten. Das haben wir immer. Leider trügt dieses Gefühl doch recht oft.
Egal, wir haben ja Maurice dabei. Der hat sicher auch eine Mastercard… von daher – alles cool.

Über eine Busfahrt mit 6 männlichen Stewardessen braucht man nicht viel zu erzählen. Es hat was von „Zurück in die Zukunft“ und „Hot Rod“. Letzteres lief natürlich mal wieder in Endlosschleife über den Mac vom Pascal. Es wurde gelacht, geweint und getanzt. Wir stehn auf Parties. Ein Spass wars. Sonntag abends kamen wir wieder heim. Es war schön.

Wir hoffen euch hat unser Review gefallen und wir konnten euch erneut einen Einblick verschaffen, wie toll eine kleine Tour sein kann.

OK, eine Kleinigkeit können wir noch berichten…
Wir kamen irgendwann freitags nach gefühlten 200 Stunden im Stau im guten alten Moers an. Unser alter Kumpane Simon, seines Zeichens größter Fan von „no one else“ (dies war ein Song, den wir im Jahr 1492 zusammen mit Kolumbus geschrieben haben und ihn bei Coca-Cola auf nen Sampler klatschen durften. Ab diesem Zeitpunkt war Simon der einzige, der sich die Nummer täglich 100 Mal anhörte…) Jedenfalls nahm uns dieser Simon herzlich in Empfang. Er hat zusammen mit Freunden und Sklaven ein tolles Festival aus dem Boden gestampft. „Henri Festival“ hat er es getauft. Der Name war Programm und versprach genau DIES!
IMAG0660Wir hatten ein eigenes Zelt mit Heizpilz im Außenbereich. Mit unseren Getränkemarken fühlten wir uns fast wie die Großen in diesem Business. Das Essen war grandios.
Nachdem bereits einige Bands die Bühne zerlegen durften, waren wir schließlich auch an der Reihe. Gerade noch rechtzeitig, bevor die Getränkemarken komplett in Bier umgetauscht wurden. 35 Minuten und ein paar zerquetschte. Das war die Ausbeute dieses Gigs. Wir hatten eine Menge Spaß auf der Bühne.

Genächtigt wurde in einer Art Jugenherberge. 5/6 der Truppe mussten sich natürlich um 2 Uhr nachts noch mit einem Taxi nach Duisburg fahren lassen um dort noch weitere Getränke zu konsumieren. Das eine Sechstel, welches das Los des Busfahrers gezogen hatte, begab sich gleich in eines der Stockbetten. Ohne Licht und sonstige Errungenschaften der Wissenschaft, misslang letztendlich auch der verzweifelte Versuch die Treppe des Hochbetts zu benutzen. Somit endete der Ausflug zum WC beinahe ziemlich unsanft auf dem Zimmerboden. Der Ausstieg endete schmerzhaft, was aber einen echten Profi nicht davon abhält mit blauen Flecken dennoch die sanitäre Einrichtung aufzusuchen. Das nur der Vollständigkeit halber. IMAG0668
Irgendwann morgens kamen dann die 5 Ausflügler von ihrer Reise zurück. Fast rechtzeitig zum Frühstück, welches man sich mit selbstgebackener Marmelade und frisch gepfücktem Brot schmecken lies.
Wenngleich einer unserer Musiker auch nichtmehr ganz Herr über seine Flatulenzen war, war es dennoch ein leckerer Schmaus…

Das schöne Moers liesen wir also hinter uns und begaben uns auf den aufregenden Weg ins ca 100km entfernte Emmerich. Emmerich erkennt man eigentlich daran, dass jedes Haus mit rotbraunen Backsteinen verklinkert ist. Wer auch immer auf diese Idee gekommen ist, war sich offensichtlich der monotonie dieser architektonischen Kunst nicht ganz bewußt. Selbst unser Navi stieg hier aus, da es weder Straßen, noch Häuser und erst recht das GPS-Signal nichtmehr auseinanderhalten konnte.

Aufgrund unserer überragenden nautischen Fähigkeiten kamen wir dennoch irgendwie an unserem Übernachtungsdomizil an. Es war eine Dachgeschoßwohnung bei einer sehr netten Familie. Die Dachgeschoßwohnung hatte den Charme einer kleinen Rentner-Wellness-Oase und versprühte auch einen entsprechenden Duft. Das störte uns aber wenig, da unser Duft wohl mittlerweile ebenfalls seinesgleichen suchte.

IMAG0673Also, Fernseh an… Formel 1…
Dann alle zusammen zum Kaufland, gesundes Essen kaufen. Es lief, wie so oft auf irgendwelche schnellen Gerichte ohne großen kulinarischen Anspruch hinaus. Wir sind Männer, und obwohl wir alle irgendwie gut kochen können, wollte sich keiner die Blöse geben und sich als adäquater Hausmann outen. Also wurde eben Fastfoodzeug gekauft.

Gesättigt fuhren wir gemeinsam zu unserem heutigen Auftrittsort. Das Juca am Brink, welches nichts mit Palmenparadies zu tun hatte, sondern für JUgendCAfé stand.
Kaffee gabs nicht, dafür aber Gulaschsuppe. Die Jungens von FreakOutRadio waren schon fleißig am Aufbauen. Das sah nach Arbeit aus. Also luden wir unseren Bus aus und flüchteten schnell wieder in unser Gästehaus. So oder so ähnlich neigte sich dann der Tag dem Ende zu und wir begaben uns wieder zurück zum Ort des Geschehens, wo sich bereits mehr als 2 Personen im Publikum befanden. -ZEITSPRUNG- wwooow, was für ein Gig. Wir hatten die Ehre 1-3 Zugaben spielen zu dürfen und konnten auch zeigen wie schlecht unser Hochdeutsch sich durch ein Mikrofon anhört. Die Gags, die wir uns vor jedem Auftritt von Harald Juhnke notierten, kamen natürlich wie gewohnt gut an. Bei uns.
Nachdem wir uns danna lso aus den verschwitzten Klamotten gepellt hatten gingen wir mit den Leuten dort noch auf ein kleines Bierchen in das Musikerpub vor Ort. Maurice kannte diesen Ort noch von 2008, weshalb er sich zuerst noch ein wenig scheute die Schwelle zu betreten. Egal, er ging mit. Wir spielten also mit unseren neuen Freunden noch eine Runde Schock (die spielen das viel langsamer als wir. Das liegt wohl daran, dass bei ihnen der Schwerpunkt des Trinkspiels auf dem „SPIEL“ lag… war auch mal ne neue Erfahrung für uns).
Danach fuhren wir genüsslich in unsere Bude in Emmerich. Verteilt auf 3 Zimmerböden kochten wir uns noch einige Suppengerichte und schliefen dann zu den Bildern und Dialogen von Hartz4-TV friedlich ein.
Der nächste Morgen war hell. Freundlich. Früh.
Die Rückfahr dementsprechend zäh, aber immerhin ohne Stau. Gewisse Erinnerungslücken verkürzen diesen Teil nun ein wenig.
Wir kamen zuhause an, luden aus, highfiveten uns zum Abschied und gingen unserer Wege.

So, und wenn das jetzt kein Rockstarleben ist, was dann???

Danke für eure Aufmerksamkeit. Für Fragen stehen wir euch jederzeit gerne zur Verfügung.
Eure JBC-Allstars
PS: hier noch ein Vorher-Nachher-Bild
jbc vorher nachher