Fast exakt 4 Jahre nach unserem letzten Gig war der Tag nun endlich gekommen. Zahlreiche Maniküren, Faceliftings und Darmspülungen hatten ihre Spuren hinterlassen. Wir waren also perfekt auf den Gig vorbereitet.
In der Zeit in der wir alle zeitgleich Ausgang hatten, haben wir uns sogar für einige Proben zusammengerafft. Dies stellt sich dann gerade bei einem Auftritt als ziemlich hilfreich heraus…
Am 18.05.2010 standen wir zum letzten Mal als JBC auf einer Bühne. Zufällig auch noch genau auf der selben. Stadtmitte Karlsruhe. Bämm!

Um 15 Uhr trafen sich also der Jul und der Pascal vor dem huttenheimer Proberaum. Ausgestattet mit RedBull und einem nervösen Darmzucken ging es standardgemäß zuerst in Richtung Rockshop. Denn ohne Saiten und Schlagzeugbaumstämme spielt es sich eher schlecht. Dies haben wir aus den vergangenen Jahren gelernt.

Ankunft Stadtmitte. Der Club hatte sich kaum verändert und komischerweise lag noch immer dieser leicht modrige Geruch in der Luft, den wir damals 2010 voller Stolz und in weiser Voraussicht hinterlassen hatten.
Das Auto wurde ausgeräumt und der Kühlschrank mit Bier bestückt. Dies macht man vor einem Gig generell als erstes. Bier dient nämlich einem Musiker zum einen als Getränk, zum anderen aber auch als eine Art Schutzengel mit dessen Hilfe sich auch schwierige Aufgaben scheinbar kinderleicht bewerkstelligen lassen… Dies hat uns die Erfahrung ebenfalls gelehrt..

Nach und nach trafen dann unsere neuen Freunde von SPLIT und FATHEAD ein. Split hatten sogar einen eigenen Bus und schwere Cases. Fathead hatte Merch dabei.
…naja, some things will never change. Wir hatten nichts dergleichen.

Der Mischer der Stadtmitte war bereits brutal heiss auf den Soundcheck. Verständlich. …ist es doch das schönste an einem Konzert. Minutenlange monotone Schläge auf die Snare… dann Bassdrum, Toms, Becken ….whatever.. Ein Traum.
Wir stöpselten also dann unsere mitgebrachten Instrumente (die gehörten diesmal auch wirklich fast alle uns!) ein und machten einen kleinen Soundcheck. SPLIT machte nach uns dann noch einen etwas größeren. Vielleicht haben sie uns einfach nicht ganz getraut, was wir aber vollkommen verstehen können..

Der Tag neigte sich also so langsam in Richtung Ende. 19 Uhr – doors open!
Pünktlich zum Anpfiff der ersten Combo, öffneten sich die Himmelschleusen und füllten somit den Konzertraum mit vielen netten Menschen. Einige davon kannten wir, andere nicht. Die die wir kannten befanden sich danna uch recht schnell im Backstage. Da dieser aber für Menschenmassen bis 10.000 Mann ausgelegt ist, war dies kein Problem. Man kuschelte sich also gemütlich gegenseitig in die Achselhöhlen der anderen. Dies nahm auch einen Teil der Nervosität. (Note to self: Achselschweiss sticht Angstschweiss um längen!)

Die Uhr schlug ca 22Uhr drölf , als wir dann endlich die Bühne betreten durften. Nachdem die Mädels von Fathead ihre gewohnt professionelle Performance abgeliefert hatten, kochte die Bühne bereits mit Vollgas.
Auch das anwesende Publikum stand in großer Erwartung spalier. Wir vermuten es war eine Mischung aus „wuheeyy, endlich mal wieder JBC“ , „oh cool, endlich bin ich alt genug um JBC auch mal live zu sehen“ und „hahaha, mal gespannt wann der alte Opa da oben umkippt“.

Intro zu leise… scheissegal. Spielen wir halt selbst noch eins hinterher. Huuuhuuuuu… drückte uns da gerade ein Gitarren-Drum-Brett von der Bühne? Geile Sache… Wir hatten alle keinen Platz mehr in der Hose und rockten uns den Arsch da oben ab, was uns die Menschen auch mit bravem Beifall und einem Circle-Pit belohnten.
Die Stimmung war entzückend, wir hatten Spass, die Menschen auch und selbst dem Mischer machte es Spass.

Die Stadtmitte ist im Grunde ein richtig geiler Club. Lediglich die Sache mit den neuen Bühnenlichtern mit LEDs ging an ihnen vorbei. Somit hatten wir, wie zu guten alten Zeiten, mal wieder nach 10 Minuten einen Sonnebrand im Gesicht und ziemlich nasse Unterhosen an.
Es war uns dennoch eine große Ehre und ein richtig schönes Saitenklatschen… Hach, haben wir uns gefreut endlich mal wieder auf ner Bühne zu stehen.
Nach dem Auftritt (wir hatten ihn OHNE technische Defekte hinter uns gebracht…. unglaublich…!?!) high-fiveten wir uns noch ca 20 Minuten im Backstage. Dann tranken wir Bier mit den ganzen Leuten.
Daher endet dieses Review auch hier…. Irgendwas ausdenken macht ja jetzt keinen Sinn…

Fazit: DANKE! Wir hatten so abartig viel Spass mit euch vor und auf der Bühne. Wir werden das weitermachen. DANKE dafür…

Eure JBC-Leichtathletikers